Chile: Regierung hebt Ausnahmezustand auf, Proteste gehen weiter

Nach einem vergleichsweise ruhigen Wochenende kommt es seit dem 28. Oktober vor allem in Santiago zu neuen gewaltsamen Ausschreitungen zwischen radikalen Demonstranten und den Sicherheitskräften. Die Auseinandersetzungen entwickeln sich zumeist am Rande zuerst friedlich verlaufender Demonstrationen, so auch am 29. Oktober abends im Umkreis des Präsidentenpalasts im Zentrum von Santiago. Trotz dieser neuen Ausschreitungen verzichtete Staatspräsident Piñera darauf, erneut den Ausnahmezustand und eine nächtliche Ausgangsperre zu verhängen. Die beiden Notstandsmaßnahmen waren erst am 26. Oktober aufgehoben worden.

Die bisher von der Regierung angekündigten Maßnahmen, wie die Entlassung aller Minister des Kabinetts, die Aussetzung einer angekündigten Strompreiserhöhung und die Anhebung des Mindestlohns, haben nicht zu einer nachhaltigen Beruhigung geführt. Die Lage bleibt insbesondere in Santiago sowie in Valparaíso angespannt.

Das Auswärtige Amt hat am 28. Oktober seinen Sicherheitshinweis erneut aktualisiert. Es informiert über die Aufhebung des Ausnahmezustands, rät aber unverändert zu erhöhter Vorsicht und zum weiträumigen Meiden von Protestkundgebungen.

Stand 31. Oktober, Quelle Studiosus

Chile: Kein Ende der Proteste in Sicht

Seit dem 18. Oktober 2019 kommt es in Santiago und anderen Regionen des Landes zu teils gewaltsamen Demonstrationen, Zusammenstösse zwischen Demonstranten und den Sicherheitskräften, Plünderungen, Streiks und Strassenblockaden. Die Unruhen haben mehrere Todesopfer und Verletzte gefordert. Die Regierung hat daraufhin den Ausnahmezustand für die betroffenen Regionen ausgerufen. Unter dem Ausnahmezustand kann die Regierung unter anderem Demonstrationen / Zusammenkünfte verbieten, Verhaftungen ohne gerichtliche Anordnung vornehmen oder Ausgangssperren verhängen.

Versorgungsengpässe können nicht ausgeschlossen werden.

Im Falle von Verkehrsbehinderungen durch Demonstrationen, Streiks oder Strassenblockaden bleibt den Reisenden nichts anderes übrig, als sich lokal über alternative Reisemöglichkeiten zu erkundigen und gegebenenfalls die Normalisierung der Lage abzuwarten. Die Schweizer Botschaft in Santiago hat bei Verkehrsbehinderungen nur eng begrenzte – je nach Situation gar keine – Möglichkeiten zur Unterstützung bei der Aus- oder Weiterreise aus den betroffenen Regionen.

Informieren Sie sich vor und während der Reise in den Medien, bei Ihrem Reiseveranstalter oder einem lokalen Reisebüro über die aktuelle Lage in Ihrem Zielgebiet und die Durchführbarkeit der geplanten Reise. Meiden Sie Demonstrationen jeder Art und befolgen Sie die Anweisungen der lokalen Behörden (z.B. Ausgangssperren). Auskunft über die Flugverbindungen erteilen die Fluggesellschaften.

Stand 24. Oktober, Quelle EDA

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